Die Kita kann das!
Zeit für einen neuen Bildungsstart für NRW: In Düsseldorf brachte das Kita-Bündnis NRW zahlreiche Experten aus Kita-Praxis, Wissenschaft, öffentlicher Verwaltung und Landespolitik an einen Tisch.
Im fachpolitischen Dialog mit den fachlichen Sprecherinnen und Sprechern der demokratischen Fraktionen des Landtags diskutierten rund hundert Teilnehmende engagiert über die aktuelle Reform des Kinderbildungsgesetzes und die geplanten „ABC-Klassen“. Ziel war es, die Perspektiven aus der Praxis sichtbar zu machen und konkrete Impulse für die politische Debatte zu setzen. Die große Resonanz und intensive Diskussion mit der Politik zeigten: Der Prozess ist in Bewegung!
Starke Kitas im Mittelpunkt
Die Landespolitik tut sich aktuell schwer, einen grundlegenden Widerspruch aufzulösen: Während der aktuelle Entwurf des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) zentrale Qualitätsfragen offenlässt, sollen mit den ABC-Klassen neue, kostenintensive Angebote kurz vor der Einschulung entstehen. Früh wird geschwächt, um später zu reparieren – fachlich kein stimmiger Ansatz.
Fröbel-Bereichsleiter Marek Körner brachte die Haltung des Bündnisses klar auf den Punkt: „Wirksame Sprachbildung wird nicht gelingen, wenn man Kita-Kinder zwei Mal pro Woche für zwei Stunden zum Lernen in die Schule bringt. Stattdessen muss Sprachbildung in der Kita datenbasiert weiterentwickelt und pädagogische Fachkräfte intensiv geschult werden.“
Politik im Dialog
Die politischen Stimmen machten deutlich, dass die Debatte offen ist. Dennis Maelzer (SPD) kritisierte: „Die Idee der ABC-Klassen an Schulen sind ein Schnellschuss kurz vor Wahl. Die dafür benötigten 250 Millionen Euro wären deutlich besser bei den Kitas aufgehoben.“
„Wir sollten von den ABC-Klassen Abstand nehmen“, stimmte Yvonne Gebauer (FDP) zu.
Jens Kamieth (CDU) bezeichnete die Kern- und Randzeiten als „aktuell pragmatische Lösung“, während Lena Zingsheim-Zobel (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) betonte, die demographische Rendite solle im System bleiben und in Sprachförderung investiert werden.
Richtungsweisend war der Beitrag des Sprachbildungs- und Inklusionsexperten Prof. Dr. Timm Albers, Universität Paderborn: „Sprachbildung gelingt dort, wo Kinder sind – im Alltag, in Beziehungen, von Anfang an. Die Kita kann das! Wir müssen ihr mehr zutrauen und sie entsprechend stärken, gerade bei der Prozessqualität.“
Bis zur politischen Sommerpause sollen beide Gesetzesvorhaben abgeschlossen sein. Bis dahin werden wir unsere fachliche Expertise weiter einbringen und den Dialog zwischen Praxis und Politik aktiv mitgestalten. Unser Appell an die Politik: „Kommen Sie in unsere Kitas und erleben Sie vor Ort, wie gute Sprachbildung und -förderung täglich gelingt.“
Unsere Forderungen:
Was unsere Erwartungen an die aktuelle KiBiz-Reform sind, haben wir auf kita-buendnis.nrw klar formuliert.